Die Chronik des SC 07 Bad Neuenahr
Der SC 07 Bad Neuenahr wurde 1907 gegründet und gehört damit zu den Ältesten Fußballvereinen im Rheinland.
Auch die am 20. Juni 1969 ins Leben gerufene Abteilung "Frauenfußball" ist eine der ältesten, und das in der ganzen Republik. Erst ein Jahr später nahm der DFB-Bundestag die Förderung des Frauenfußballs als Aufgabe des DFB in seine Satzung auf und gab damit grünes Licht für eine großartige Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland, die ihren (vorläufigen) Höhepunkt im Oktober 2003 in den USA durch einen 2:0-Erfolg gegen Schweden im Endspiel um die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft fand. Vier Jahre später gewann Deutschland zum zweiten Mal die WM, dieses Mal in China durch ein 2:0 gegen Brasilien.
So selbstverständlich, wie heutzutage von Frauen und Mädchen Fußball gespielt wird, so verpönt war diese Sportart für das angeblich "schwache Geschlecht" über viele Jahre. Auf nationaler Ebene kann die Einführung der eingleisigen Bundesliga zur Saison 1997/98 als wichtige Weichenstellung gesehen werden, dem Frauenfußball die gebührende Anerkennung in Deutschland zu vermitteln, nach dem es die Bundesliga seit 1991 zunächst in zwei Gruppen (Nord und Süd) gegeben hatte. Seit 1993 gilt bei den Frauen auch die gewohnte Spielzeit für Aktive von zweimal 45 Minuten - früher waren es insgesamt zehn Minuten weniger gewesen.
Dass der Frauenfußball längst in Deutschland etabliert ist, lässt sich auch an den Mitgliederzahlen im DFB ablesen. Nach der letzten Statistik des DFB im Jahr 2008 sind 1.002.605 Mitglieder weiblichen Geschlechts. Frauenfußball - wahrlich stärker, als man(n) zu Beginn der neunziger Jahre noch dachte! Der SC 07 Bad Neuenahr hat seinen Teil an dieser Entwicklung beigetragen.
Im DFB-Pokal erreichte der SC 07 Bad Neuenahr immerhin in den Jahren 1981, 1982, 1984 und 1986 das Halbfinale. Höhepunkt der ersten Jahre im Frauenfußball für den SC 07 Bad Neuenahr ist und bleibt bis heute allerdings der 25. Juni 1978.: Nach einem 2:0-Hinspielsieg gegen den FC Marpingen unterlag der SC 07 Bad Neuenahr das Rückspiel nur 0:1 und holte sich damit den deutschen Meistertitel. Doch die Geschichte des Frauenfußballs in Bad Neuenahr hat ältere Wurzeln.
Am 1. Mai 1970 wurde hier das bis dahin weltweit größte Turnier ausgetragen. Der Erfolg sprach sich bis über die Alpen herum, weshalb die Italiener bald danach den SC 07 Bad Neuenahr als deutschen Vertreter zur ersten inoffiziellen Weltmeisterschaft einluden. Dieses historische Datum des Championats, 15. Oktober 1970, ist in Bad Neuenahr alljährlich eine Feier wert.
In der eingleisigen Frauenfußball-Bundesliga spielt der Verein nunmehr bereits seit zwölf Jahren. Die beste Platzierung gelang in der Saison 2005/06 mit dem 4. Platz. Die Hoffnungen für die Zukunft gehen dahin, sich mit dem eigenen Nachwuchs unter den besten vier Mannschaften in der Frauen-Fußballbundesliga zu etablieren.
Nachfolgend einige wichtige Epochen in der Geschichte des Vereins!
(Mit Hilfe von Stefan Kieffer, Journalist, zusammengestellt)
Fotos: Gründungstag Frauenabteilung 1970, SC 07 gegen Genua 7.7.1970, Nach dem Spiel gegen Bologna: Rutloff, Walluga, Schumacher, Trainergespann Schweden/Arzdorf
Die frühen Jahre – Teil I
Die Bad Neuenahrerinnen, nun wieder ohne auswärtige Verstärkung, nutzen ihren Vorsprung und gewinnen 1971 souverän den ersten Titel eines Rheinlandmeisters - auch wenn im Endspiel gegen Eintracht Trier ein mageres 1:0 reichen muss. Ihre Vormachtstellung im Rheinland wahren die Neuenahrerinnen anderthalb Jahrzehnte lang, 14 Rheinlandmeisterschaften erringen sie in Folge, bis bei der 15. etwa dazwischen kommt. Aber dazu später.
Mangels adäquater Konkurrenz betätigen sich die SC-07-Frauen als Botschafterinnen der jungen Sportart, reisen kreuz und quer durch die Republik und führen ihr Können vor. Einmal im Jahr empfangen sie die Creme de la Creme des deutschen und auch des internationalen Frauenfußballs zu ihrem Turnier, das regelmäßig rund um den Maifeiertag ausgetragen wird. Nur gewinnen können sie das Turnier, das sich schnell als das weltweit größte seiner Art feiern lassen darf, vorerst nicht. Da kommt nämlich der alte Rivale dazwischen, der TuS Wörrstadt, der 1972 erstmals teilnimmt und gleich den Sieg davonträgt. Im Finale besiegen die Wörrstädterinnen das Gastgeberteam mit 2:1. Im Jahr darauf wiederholt der TuS seinen Finaltriumph gegen den SC 07 mit 1:0.
Das Jahr 1973 bringt endlich mehr Wettbewerb, denn Fips Scheidt und HG Hansen, die unermüdlichen Streiter für die Belange des Frauenfußballs, haben gemeinsam mit den Machern der Münchner Bayern und der SG Oberst Schiel aus Frankfurt (eigentlich ein Schützenverein, der zunächst den Fußball nur als Prominentengaudi betrieben hat) die erste inoffizielle deutsche Meisterschaft auf die Beine gestellt. Da sich der DFB noch gegen eine Meisterschaft unter seiner Ägide sperrt, nehmen die Frauen und ihre Manager die Angelegenheit selbst in die Hand. Die Illustrierte „Wochenend“, spezialisiert auf die Darstellung leicht bekleideter Frauen, stiftet den Pokal, die Meister der Landesverbände telefonieren sich zusammen, und schließlich wetteifern sieben Teams um die Trophäe, die nach Einspruch des DFB nicht „Deutschland-Pokal“ sondern „Goldpokal“ heißt..
Beim SC 07 hat Trainer Leo Arzdorf für den bekannten Fußballehrer Jakob Oden Platz machen müssen. Oden war ein begnadetet Fußballer in der Nachkriegsmannschaft von TuS Koblenz, hat das Trainerhandwerk noch von Sepp Herberger persönlich gelernt und bereits etliche Meriten im neuen Job erworben. Unter anderem hat er die Verbandsauswahl des Saarlands trainiert. Die Neuenahrer erhoffen sich von ihm die ersten Titel, die in den kommenden Jahren zu vergeben sind. „Sein Fachwissen war gigantisch“, erinnert sich Torfrau Maria Breuer an den Trainer Oden, „was damals möglich war, hat er mit uns trainiert.“ Außerdem war er ein bekannter und einflussreicher Mann: „Er hat erreicht, dass wir auf dem Rasenplatz trainieren durften.“ Der Frauenfußball hat mit Jakob Oden im SC 07 Bad Neuenahr endgültig einen Stellenwert erreicht, der so manchen männlichen Fußballer geradezu neidisch macht.
Dumm nur, dass mit Trainer Arzdorf auch die Stürmerin Arzdorf gegangen ist. Die Torjägerin ist der Ansicht, dass man ihren Vater schlecht behandelt hat, und wechselt den Verein – erst zu TuS Neuendorf, dann zum Bonner SC. Ohne die Stürmerin, die seit ihrer Hochzeit mit dem Bruder der Teamkollegin Elisabeth „Fritzi“ Schumacher einen neuen Nachnamen trägt, reicht es nicht für den großen Wurf. Im Halbfinale, das die Neuenahrerinnen mangels Gegnerinnen ohne Spiel erreicht haben, ist ausgerechnet der alte Rivale TuS Wörrstadt der Gegner. Im „vorweggenommenen Finale“ (AZ Mainz) gewinnt Wörrstadt das Hinspiel vor 3000 Zuschauern mit 1:0. Auch im Rückspiel, das rund 1800 Zuschauer in Bad Neuenahr sehen, sind die Rheinhessinnen glücklicher und gewinnen ebenfalls mit 1:0. „Die Bad Neuenahrer Damen kämpften mit volle Einsatz, leider wieder einmal sehr glücklos“, berichtet die Rhein-Zeitung. Immerhin gewinnen sie das „kleine Finale“ gegen TuS Bremerhaven-Wulsdorf mit 2:0; die „Süddeutsche Zeitung“ ist besonders begeistert von der „überragenden Spielerin Käthe Weyer“. Beide Tore erzielt Brigitte Kraus. Dem SC 07 bleibt Platz drei, was laut Vereinschronik „aber auch als schöner Erfolg bezeichnet wurde“.
Auch im Jahr darauf, als der DFB den Frauen endlich ihre eigene Meisterschaft zugesteht, schafft der SC 07 Bad Neuenahr nicht den Sprung ins Endspiel. Martina Schumacher-Arzdorf ist wieder mit von der Partie, die Zuversicht ist groß. Umso größer die Enttäuschung, als der Favorit in seiner Vorrundengruppe dem Bonner SC den Vortritt lassen muss. Punktgleich sind beide Teams ins entscheidende Spiel gegangen, dem SC 07 hätte nach Siegen gegen den Wiker SV aus Kiel (4:0) und Sparta Göttingen (5:0) aufgrund des besseren Torverhältnisses schon ein Unentschieden zum Halbfinaleinzug gereicht. Fünf Minuten vor dem Ende verschießt die ansonsten so treffsichere Käthe Weyer einen Elfmeter, und drei weitere Minuten später platzt der Traum endgültig. Ein an sich harmloser Freistoß wird unglücklich abgefälscht, „ich lag im rechten Eck, der Ball im linken“, erinnert sich Torfrau Maria Breuer, und der Bonner SC erreicht die Runde der letzten vier. Der SC 07 Bad Neuenahr ist erneut gescheitert, „es gab Tränen, Tränen und noch mal Tränen“, berichtet die Vereinschronik. Und Stürmerin Käthe Weyer erinnert sich: „Das war ein Weltuntergang!“ Das schwache Nervenkostüm macht sie verantwortlich für die Pleite, und eine falsche Taktik: „Jakob Oden hat uns auf 0:0 spielen lassen, aber das konnten wir nicht. Wir konnten nur stürmen.“
Erster deutscher Meister im Frauenfußball wird TuS Wörrstadt durch ein 4:0 im Endspiel in Mainz gegen Gelsenkirchen-Erle, die Neuenahrerinnen vergraben sich zu Hause und wollen nichts davon wissen. Alle, bis auf eine: „Ich bin zum Endspiel gefahren“, gesteht Maria Breuer, „das war doch die große Bühne, von der ich immer geträumt hatte. Aber neidisch war ich schon.“ Da bleibt es ein schwacher Trost, dass der SC 07 im selben Jahr 1974 erstmals sein eigenes Turnier gewonnen hat – durch einen 4:3-Finalsieg gegen den inoffiziellen und späteren offiziellen Meister aus Wörrstadt.
Vier weitere Jahre müssen Maria Breuer und ihre Mitstreiterinnen warten, bis sie selbst auf der großen Bühne stehen.
Die frühen Jahre - Teil II
Doch zunächst steht der große Umbruch an. Als es 1975 wieder nicht klappt mit der Meisterschaft – 1. Runde gegen Battenberg 2:2, 4:0; Viertelfinale 0:3, 0:2 gegen Wörrstadt - legt Jakob Oden sein Traineramt nieder. Auf der Suche nach einem Nachfolger stößt Heinz Günther Hansen auf den ehemaligen SC 07-Spieler Rolf Kleser und teilt ihm eines Tages unverblümt mit: „Du trainierst jetzt unsere Frauen.“ Kleser ist nicht minder überrascht als die Mannschaft. Schließlich eilt dem neuen Mann ein fürchterlicher Ruf voraus, weil er lange Jahre bei der Bundeswehr verbracht und dort unter anderem Rekruten ausgebildet hat. „Das ist ein Schleifer“, fürchten viele. Bei der offiziellen Vorstellung tritt Kleser, der vom neuen Job nicht überzeugt ist, bewusst „burschikos“ auf und kündigt an, er werde den Damen erst mal das Laufen beibringen. Bei seinen Stippvisiten in Jakob Odens Trainingsstunden hat er nämlich festgestellt, dass die Frauen zwar technisch gut sind, aber konditionell zu schwach. Die mannschaftsinterne Abstimmung über den neuen Trainer fällt denkbar knapp aus: Nur eine Stimme entscheidet pro Kleser. Prompt ergreift ein Großteil des Teams die Flucht. Nicht weniger als sieben Stammspielerinnen melden sich ab, der neue Coach muss mithilfe der zweiten Mannschaft ein neues Team aufbauen. Eine seiner ersten Maßnahmen: Er funktioniert die erfolgreichste Torjägerin Käthe Weyer, die in fünf aktiven Fußballjahren ehr als 500 Treffer erzielt hat, zur Abwehrchefin um. „Sie war die weitaus beste Fußballerin“, schildert Kleser heute sein damaliges Dilemma, „und was hätte es uns genützt, wenn sie vorn drei Tore schießt und wir kriegen hinten fünf rein?“
Ansonsten macht er seine Drohung wahr und lässt seine Schützlinge Kondition bolzen. „Wir sind an der Ahr entlanggelaufen, Richtung Heimersheim, da sind die ersten schon nach einem Kilometer stehen geblieben“, erzählt er lachend. „Aber nach ein paar Monaten war die Truppe konditionell eine Stufe höher.“ Und seine beste Spielerin Käthe Weyer erinnert sich: „Sein Training was grundlegend anders als das vorherige. Jakob Oden hat uns immer spielen lassen, auf kleine Tore, er hat mehr Wert auf Technik gelegt als auf Kondition. Und es hat ja auch immer gelangt bis in die Spitze. Aber in Wörrstadt haben sie das Ganze noch ernster betrieben. Deshalb waren sie auch erfolgreicher.“
James Last!!!
Meisterschaft und Pokal im Rheinland gehen auch in den Folgejahren nach Bad Neuenahr, und bald ist die neuformierte Mannschaft auch national wieder konkurrenzfähig. Das liegt nicht zuletzt an den starken Neuzugängen, die HG Hansen immer wieder an Land zieht. 1976 kommen die Nüsser-Schwestern aus Bonn, beide hochbegabte Fußballerinnen und 1975 mit dem Bonner SC deutscher Meister geworden. Durch ein Last-Minute-Tor gegen Bergisch-Gladbach scheidet der SC 07 im Viertelfinale der Deutschen Meisterschaft aus – und rüstet weiter auf.
Zur neuen Saison kommt neben Ilse Förster aus Monschau, Marita Pütz aus Bonn und Evi Eisenhuth aus Ellingen auch die Ingelheimerin Bärbel Wohlleben, die zur ersten Meistermannschaft des TuS Wörrstadt gehörte und als Torschützin des Monats bundesweiten Fernsehruhm genossen hat. Insgesamt, so rechnet HG Hansen aus, müssen die Spielerinnen des aktuellen Teams zu jedem Training 1735 Kilometer zurücklegen. „Wenn man diese Zahl hört, kann wirklich von großem Idealismus gesprochen werden, was bei einer Herrenmannschaft kaum möglich wäre. Es sei denn, die Vergütung wäre entsprechend“, lobt die Vereinschronik. Doch nicht jede, die der rührige Macher Hansen holen will, ist auch willkommen. So verhindern Trainer und Mannschaft einträchtig die Verpflichtung der „schwarzen Perle“ Beverly Ranger, die als Torschützin des Monats 1975 Schlagzeilen gemacht hat und wegen ihrer jamaikanischen Herkunft und ihrer Fußballkünste in der breiten Öffentlichkeit Starstatus genießt. „Die hätte nicht zu uns gepasst“, sagt Käthe Kleser, „ wir kannten sie ja aus ihrer Zeit im Saarland und in Bonn, da hatte sie sich mal in eine Spiel gegen uns einfach auf den Boden gesetzt, als ihr etwas nicht passte.“ Und Trainer Kleser ergänzt: „Sie war, vornehm ausgedrückt, sehr eigenwillig.“ So wird es nichts mit diesem prominenten Zugang.
Dennoch scheinen mit dieser Mannschaft, der stärksten, die bisher für den SC 07 gespielt hat, die Meisterträume realistisch. Nach dem obligatorischen Spaziergang zum Rheinland-Titel müssen die Neuenahrerinnen in der ersten DM-Runde gegen Schleswig-Holsteins Meister TSV Rendsburg antreten. Nach dem deutlichen 6:0 im Hinspiel gewinnen sie auch das Rückspiel mit 3:1, und hinterher prophezeit der gegnerische Trainer seinem Kollegen Rolf Kleser: „Ihr werdet Deutscher Meister, und wir kommen, um mit euch zu feiern.“ Beide Teile seiner Vorhersage werden wahr.
Wie ehrgeizig Trainer Kleser ist, das erfährt seine spätere Ehefrau Käthe Weyer am letzten Spieltag der Saison 1975/76. Ganz ohne Gegentor ist der SC 07 durch die Rheinlandliga marschiert, und das soll auch im Abschlussspiel in Eisbachtalk so bleiben. Doch dann passiert zehn Minuten vor Schluss das Missgeschick: Ausgerechnet Abwehrchefin Weyer, die Kleser schon längst für „meine beste Spielerin“ hält, fabriziert mit einer missglückten Rückgabe ein Eigentor. Die Null ist gefallen, die Serie ist futsch. „Da war er dermaßen sauer“, erinnerst sich die heutige Frau Kleser mit Schaudern.
Im Viertelfinale kommt der SC 07 gegen den SC Freiburg zu Hause nicht über ein 1:1 hinaus; schlechte Aussichten fürs Rückspiel, sollte man meinen. Entsprechend frohgelaunt empfangen die Freiburgerinnen ihre Gäste, holen sie am Bahnhof ab und kutschieren sie ins Quartier. Nach dem 2:1-Sieg der Bad Neuenahrerinnen sieht’s indes anders aus: Der versprochene Fahrdienst bleibt aus, mit Müh und Not und der Hilfe diversere privater Autofahrer erreichen Mannschaft und Begleitung den Zug nach Hause. Auch Halbfinalgegner FCR Duisburg glaubt sich nach dem torlosen Hinspiel in Bad Neuenahrs dicht vor dem Ziel. Es fehlt ja nur noch ein Heimsieg, und den feiern die Duisburgerinnen schon vor dem Anstoß mit lauten Freudengesängen in der Kabine. Die Neuenahrerinnen glauben sich im falschen Film, als die Gegnerinnen ihnen vor dem Spiel einen großen roten Plüschelefanten überreichen – quasi als Trost für die anstehende Niederlage. Doch sie haben sich verrechnet. „Ich musste garnichts sagen“, freut sich Trainer Kleser, „das war Motivation genug.“ Nachdem im Hinspiel seine Torjägerin Christa Nüsser gegen die „athletische Abräumerin“ der Duisburgerinnen in der Sturmmitte überhaupt nicht zum Zug gekommen ist, lässt Kleser seine Torjägerin diesmal am rechten Flügel stürmen. Der Trick funktioniert; ehe die Gegnerinnen das Spiel durchschaut haben., führt der SC 07 bereits mit 2:0. Christa Nüsser erzielt aus der ungewohnten Position ein Tor, das andere macht Regine Keller. „Christa war wendig und schnell, und außen hatte sie mehr Platz“, analysiert Kleser seinen siegbringenden Schachzug. Der Gegner ist konsterniert; „als sie anfingen, sich anzuschreien, wusste ich, dass wir gewinnen“, erzählt Käthe Kleser. Obwohl ihr Team noch etliche Chancen für weitere Tore erspielt, bleibt es beim 2:0; der SC 07 hat zum ersten Mal das Finale um die Deutsche Meisterschaft erreicht.
Endspielgegner ist der SC Marpingen aus dem Saarland, und wieder findet das erste Spiel in Bad Neuenahr statt.
Die Hoffnungen des Bad Neuenahrer Managers Heinz Günter Hansen, mit den Zuschauereinnahmen aus dem Heim-Finale die Vereinskasse kräftig aufzubessern, erfüllen sich nicht. Im strömenden Regen sehen nur rund 700 Unentwegte den 2:0-Sieg des SC 07. „Das war unser einziges gutes Heimspiel in der Endrunde“, erinnert sich Käthe Kleser, „ich fand ja diese Schlammschlachten immer gut.“ Auch Christa Nüsser fühlt sich ausgesprochen wohl im Sauwetter und erzielt beide Tore – insgesamt hat sie von 16 SC-Treffern in der Endrunde 13 auf ihr Konto gebracht! Aber die Ungewissheit bleibt: Ob der Vorsprung reicht? Schon in der Schlussphase des Hinspiels haben die Saarländerinnen dem Heimteam äöchtig zugesetzt, zweimal Pfosten und Latte getroffen. „Die waren im Schnitt zehn Jahre jünger als wir und spielerisch sogar ein bisschen überlegen“, resümiert Käthe Kleser, „aber wir haben das mit Kampfkraft und Kondition wettgemacht.“
Zum Rückspiel hat sich anscheinend das halbe Saarland aufgemacht nach Eppelborn. Die Sonne scheint, 4500 Zuschauer sorgen für eine stimmungsvolle Kulisse, und nach dem Abspielen der Nationalhymne legen die Gäste erst mal mächtig los, wollen mit einem frühen Tor dem Gegner gleich den Zahn ziehen. Doch es kommt ganz anders. Linksverteidigerin Christel Schreiber fälscht die erste Ecke des Spiels unglücklich ins eigene Tor ab – und ist danach ein nervliches Wrack. „Sie war ein glatter Ausfall“, stellt Käthe Kleser fest, „und die anderen haben das natürlich gemerkt und immer über ihre Seite angegriffen.“ Trainer Kleser muss reagieren, stellt Stürmerin Regine Keller auf die kritische Position und kann so den Angriffsdrang der Saarländerinnen ein wenig eindämmen. Zur Matchwinnerin wird wieder einmal Torfrau Maria Breuer. Schon vor der Pause vollbringt sie ihre größte Tat, als sie einen Handelfmeter pariert. Käthe Weyer war der Ball an den Arm gesprungen; „das war keine Absicht“, versichert sie noch heute. Und auch nach der Pause hat Torfrau Breuer alle Hände voll zu tun, die Kolleginnen verteidigen ihren knappen Vorsprung mit großer Leidenschaft – und dürfen nach 80 hochdramatischen Minuten ausgelassen jubeln. Zum ersten (und bis heute einzigen) Mal erringt der SC 07 Bad Neuenahr, Frauenfußball-Protagonist der ersten Stunde, die deutsche Meisterschaft.
Nach dem offiziellen DFB-Bankett im Seehotel und der gemeinsamen Feier mit den enttäuschten Gastgeberinnen im Vereinslokal verbringen die Meistermädchen eine Nacht am Tatort und werden am nächsten Tag in der Heimat begeistert empfangen. Eine Brauerei hat dem Meister einen offenen Doppeldecker-Bus zur Verfügung gestellt, in dem die männlichen Kicker von Borussia Mönchengladbach ihre – damals noch häufigen – deutschen Meisterschaften zu feiern pflegen. Im großen Sitzungssaal werden große Reden geschwungen, allen voran von Bürgermeister und SC-Fan der ersten Stunde Rudolf Weltken: „Es ist Wirklichkeit geworden, was wir alle seit Gründung der Frauenfußball-Abteilung im Jahre 1969 in einem stillen Kämmerlein unseres Herzens erhofft haben.“ Und an die Adresse von „Meistermacher“ HG Hansen sagt der Stadtchef: „Nehmen Sie bitte Glückwünsche, Dank und Anerkennung einer Stadt entgegen, die durchaus zu schätzen weiß, was Ihr unermüdliches Engagement – auch zum Wohle der Stadt bewirkt.“
Für die Kickerinnen steht am nächsten Tag noch eine ganz spezielle Form der Meisterfeier an. Irmgard Richelmann, seit 16 Jahren eine der Leistungsträgerinnen beim SC 07, beendet auf dem Höhepunkt ihre Karriere; immerhin ist sie schon 43. Weil sie gewettet hat, dass ihr Team wieder nicht das Endspiel erreicht, muss sie als stolze Verliererin die 63 Kilometer von Bad Neuenahr bis in ihren Heimatort Seelscheid zu Fuß zurücklegen. Doch sie ist nicht allein. Die halbe Mannschaft marschiert mit und macht den zweitägigen Fußmarsch zum feucht-fröhlichen Happening. Überflüssig zu erwähnen, dass bei der spontanen Party beim Zwischenstopp in Oberpleis auch der (fußkranke?) Rest der Meistermannschaft dabei ist. Und in Seelscheid wartet natürlich noch einmal ein großer Bahnhof auf die Heldinnen. Lakonisch vermerkt die Vereinschronik den weiteren Fortgang der Ereignisse: „Nach einem weiteren gemütlichen Beisammensein traten nun einige Tage der Ruhe ein.“
Weil vom Finalspiel gegen Marpingen auch im US-Fernsehen ein Viertelstündchen übertragen wurde, genießen die SC-07-Frauen auch in den Vereinigten Staaten eine gewisse Popularität. Davon überzeugen sie sich im Februar 1980 auf einer Gastspielreise in den Westen der USA. Die Einladung kommt vom Bobcats Soccer Club San Jose, dessen Frauenteam am Maiturnier 1979 teilgenommen hat. Da so eine 14-tägige Amerikareise nicht eben aus der Portokasse bezahlt werden kann, ist guter Rat teuer. Die wenigsten Spielerinnen können sich die Reise aus eigenen Mitteln leisten. Wieder hat HG Hansen die rettende Idee: Die Frauen verkaufen Lose für die Tombola beim nächsten Maiturnier, das Stück für fünf Mark, und das auf eigene Rechnung. So hat es jede selbst in der Hand, wie viel sie sich zur Reisekasse dazuverdienen kann. Die Anstrengung lohnt sich. Die erfolgreichste Losverkäuferin bringt nicht weniger als 160 Lose an die Frau und den Mann, auch andere können mit dem erzielten Erlös ihren Reisepreis so weit drücken, dass am Ende nur zwei Spielerinnen absagen müssen.
Ein Freundschaftsspiel über 2x45 Minuten gewinnt der SC 07 gegen das Frauenteam der Universität von Berkeley mit 1:0 durch ein Tor von Pia Kullmann, das zweite Spiel fällt wegen Regen aus. Anschließend fahren die Fußballerinnen mit dem Wohnmobil durch Kalifornien und Nevada, meistern die berühmt-kurvige Lombard Street in San Francisco ebenso wie die Glitzerwelt von Las Vegas und das Tal des Todes – „als wir da waren, hat es geregnet, das tut es vielleicht einmal in 10 Jahren“, erinnert sich Maria Breuer an ein besonderes Kuriosum. Der Reisebericht in der „Rhein-Zeitung“ trägt die bezeichnende Schlagzeile: „Zum Frühstück gab es Bratkartoffeln“.
Sportlich klingen die 80er-Jahre für den SC 07 weniger erfreulich aus; 1979 scheitert das Team mit ihre neuen Trainer Gerd Stark schon in der ersten Runde der Deutschen Meisterschaft am FC Bayern. Zwar gelingt im Hinspiel ein 2:0-Sieg, doch in München steht am Ende der regulären Spielzeit das gleiche Ergebnis für die Bayern, die in der Verlängerung noch zwei weitere Tore erzielen. Und 1980 ist sowohl im Pokal als auch in der Meisterschaft im Halbfinale gegen die zu dieser Zeit übermächtige SSG Bergisch-Gladbach Endstation. Nach dieser Saison verabschieden sich Pia Kullmann, Bärbel Wohlleben, Christa Nüsser und Regine Keller aus Bad Neuenahr – eine Ära ist zu Ende.
Die 80-er Jahre
Der SC 07 Bad Neuenahr gehört in den 80er-Jahren nur noch zur erweiterten Elite im deutschen Frauenfußball und büßt Mitte des Jahrzehnts sogar seine Vormachtstellung im Rheinland ein. 1981 setzt es unter Trainer Dr. Karl Krämer nach elf Jahren die erste Heimniederlage mit 1:2 gegen den TuS Ahrbach. Dennoch bleibt der Titel in Bad Neuenahr - noch. Im Jahr darauf winkt die Teilnahme am DFB-Pokalfinale, doch der Traum platzt durch eine sensationelle 0:2-Heimniederlage gegen den SV Wildeshausen. In der Spielzeit 1982/83 steigt Rolf Kleser noch einmal ein, der Meistertrainer von 1978, und führt das Team noch einmal ins DM-Halbfinale, das gegen Tennis Borussia Berlin erst in der Verlängerung verloren wird. Im Jahr 1983 stellt der SC 07 gleich drei Nationalspielerinnen: Neben Flügelflitzerin Birgit Bormann, die schon im allerersten Länderspiel 1982 in Koblenz ihr Debüt gegeben hat, gehören auch Torfrau Maria Breuer und Stürmerin Anne Kreuzberg in de erlauchten Auswahl. 1984 ist erneut im Pokal-Halbfinale Schluss, diesmal erweist sich der VfL Wolfsburg als stärker.
1985, ausgerechnet in dem Jahr, als mit dem vom Rivalen abgeworbenen Trainer Walter Mürtz und einem halben Dutzend seiner Spielerinnen wieder mal ein großer Wurf gelingen soll, muss der SC 07 zum allerersten Mal den Titel des Rheinland-Meisters den Westerwälderinnen überlassen, und im Jahr darauf gleich noch einmal. Erst 1987 gelingt die Revanche. Beim entscheidenden 2:1 gegen den TuS Ahrbach erzielt Carmen Schäfer im strömenden Regen zwei Minuten vor Schluss den Siegtreffer. Im gleichen Jahr begrüßt Heinz-Günter Hansen nicht weniger als 76 Mannschaften zum Maiturnier – mehr als in jedem anderen Jahr. Gegen Konkurrenz aus Schweden, Holland, Belgien und Frankreich sichert sich der TSV Siegen den Turniersieg.
Die auffälligste Spielerin dieser Phase ist zweifellos Birgit Bormann, die nach ihrem tollen Länderspieldebüt von Koblenz vor einer großen Zukunft zu stehen scheint. Doch dann macht der 17-Jährigen zunächst die Psyche einen Strich durch die Rechnung. Mit allen Symptomen einer Depression lässt sich Birgit Bormann für vier Monate in eine Klinik einweisen, schafft aber nach der Rückkehr wieder den Anschluss an die nationale Spitze. Dennoch verzichtet sie auf das Heim-Länderspiel gegen die Niederlande am 1. April 1987 in Bad Neuenahr, weil sie sich ganz auf ihr Sportstudium konzentrieren will. Dann schlägt das Verletzungspech zu. Erst erleidet sie im August 1987 einen Bänderriss, dann, kaum wieder auf den Beinen, bricht sie sich beim Osterturnier im französischen St. Brie das Scheinbein und verkündet frustriert: „Jetzt ist Schluss!“ Erst zwei Jahre später kehrt sie auf den Fußballplatz zurück, zunächst als Trainerin der Mädchenmannschaft, dann als Spielerin in der zweiten Mannschaft. Und weil es dort so gut läuft, folgt auch das Comeback in der Ersten.
Prompt holt sich der SC 07 mit Trainer Ralf Zimmermann die Rheinland-Meisterschaft zurück. Das Hinspiel in Bad Neuenahr endet 2:1, im Rückspiel reicht ein 1:1 am viertletzten Spieltag im Westerwald, um den knappen Vorsprung zu verteidigen. Dabei hatte Ahrbachs Trainer Detlev Tank vorher schon den erwarteten eigenen Triumph begründet: „Wir sind auf den entscheidenden Positionen einfach besser besetzt.“ Mit dem finalen 16:0 gegen Ellingen ist der Sprung in die Erstklassigkeit endgültig geschafft. In die 90er-Jahre startet der SC 07 Bad Neuenahr als einer von 20 Bundesligisten.
Die 90-er Jahre
Die zunehmende Professionalisierung im Frauenfußball stellt auch den SC 07 Bad Neuenahr vor wachsende Probleme. Die erste Bundesligasaison 1990/91 verläuft ernüchternd und endet mit dem Abstieg. 8:28 Punkte und 13:52 Tore reichen der jungen Mannschaft nur zum 9. und vorletzten Platz in der Südgruppe. Auch der Trainerwechsel – zur Rückrunde beerbt Hans-Josef-Werner den Aufstiegscoach Ralf Zimmermann – kann den Abstieg nicht verhindern. Hinzu kommen Zwistigkeiten im Umfeld, die den Macher der frühen Jahre, Heinz-Günter Hansen, der sich zuletzt um die Sponsorengewinnung gekümmert hat, zum endgültigen Rückzug bewegen. Da der Erzrivale TuS Ahrbach den Bundesligaplatz der Neuenahrerinnen übernommen hat, marschiert der SC 07 quasi konkurrenzlos durch die nächste Rheinlandliga-Saison und sichert sich mit 28:0 Punkten und 86:2 Toren die Meisterschaft. Dann scheitert das Team allerdings in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga und muss sich erneut auf die Ochsentour durch die Rheinlandliga begeben. 1993 kehrt der SC 07 in die Bundesliga zurück – und steigt gleich wieder ab. Die Fahrstuhlfahrt setzt sich fort: 1995 erneuter Aufstieg mit dem neuen Trainer Ebenezer „Joe“ Yankey, Trainerwechsel im Dezember, als erst ein Pünktchen auf dem Konto steht, und am Ende doch der Abstieg, obwohl mit dem neuen Coach Franz Schäfer immerhin noch sieben Punkte aus ebenso vielen Spielen dazukommen. Ein entscheidender Nachteil ist die Sportplatzfrage: Weil das Apollinaris-Stadion renoviert wird, muss der SC 07 seine Heimspiele in Sinzig bestreiten.
Wenigstens bietet die nächste „Zwischensaison“ 1996/97 etwas mehr Abwechslung und sportliche Herausforderung, denn in der neuen Oberliga Südwest als Erstliga-Unterbau ist die Konkurrenz stärker. Aber nicht viel, wie die Endtabelle ausweist: Meister SC 07 Bad Neuenahr hat 15 von 16 Spielen gewonnen und einmal unentschieden gespielt, 94:11 Tore erzielt und den alten Bekannten TuS Wörrstadt deutlich distanziert. In der folgenden Aufstiegsrunde geht es gegen Freiburg, Schwarzbach und Crailsheim um einen Platz in der neuen eingleisigen Bundesliga, der nur noch die zwölf besten Teams Deutschland angehören. Trainer Franz Schäfer führt die Neuenahrer Frauen in den erlauchten Kreis der Elite, überragende Spielerin dieser (vorerst) letzten Aufstiegssaison ist Carmen Schäfer, die alleine 39 Tore erzielt und sogar zur Nationalspielerin wird.
Wieder droht der sofortige Abstieg; erst am letzten Spieltag schafft der SC 07 den Klassenverbleib – und beschließt, sich erst einmal bundesligareif zu verstärken. Im Sommer 1998 kommen mit der Frankfurterin Steffi Jones und Jutta Nardenbach, deren Karriere einst beim TuS Ahrbach begann und die inzwischen für den TuS Niederkirchen, den TSV Siegen, den FCR Duisburg, 1. FFC Frankfurt und den FFC Brauweiler Pulheim 2000 gespielt hat, zwei gestandene Nationalspielerinnen mit entsprechender Erfahrung. Trotzdem wird wieder gezittert bis zum Schluss. Coach Peter Scheuren muss schon im September gehen, „das gesetzte Vertrauen in den neuen Trainer zu Beginn der Saison war schnell aufgebraucht“, heißt es in der Vereinschronik, und der neue Mann Iraklis Metaxas findet eine Mannschaft vor, in der Unruhe herrscht. Nach der Hinrunde scheint mit 14 Punkten auf Platz 7 noch alles drin, am Ende sind die Neuenahrerinnen froh, dass ihnen das 2:2 am letzten Spieltag in Potsdam gerade noch den 23. Punkt und Nichtabstiegsplatz 10 beschert. Hauptproblem ist die fehlende Torgefahr; nur 18 Tore in 22 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Und von denen hat mit Steffi Jones eine Mittelfeldspielerin die meisten erzielt, nämlich sechs. Die Schlussbilanz weist nur drei Heimsiege aus, dafür aber neun Unentschieden, fünf davon torlos. „Das Spieljahr kann man in gewisser Hinsicht als verunglückt bezeichnen“, urteilt die Vereinschronik. Vielleicht hat die Torflaute auch damit zu tun, dass sich Torjägerin Carmen Schäfer schon nach dem dritten Spieltag nach Brauweiler verabschiedet. Ein Lichtblick: Im DFB-Pokal schafft es der SC07 wieder mal bis ins Halbfinale gegen Turbine Potsdam – und verliert mit 2:3.
Doch es geht aufwärts. Carmen Schäfer kehrt heim und bringt aus Brauweiler mit Carmen Holinka gleich einen weiteren torgefährlichen Neuzugang mit. Beide zusammen erzielen zwei Tore mehr als die gesamte Mannschaft in der Vorsaison – Schäfer elf, Holinka neun. Trainer Iraklis Metaxas findet seine Stammformation – zwölf Spielerinnen weisen 20 Einsätze und mehr auf -, zu der auch die im eigenen Verein ausgebildeten Talente Bianca Rech und Verena Hagedorn gehören. Am Saisonende 1999/2000 hat der SC 07 mit Platz sechs so gut abgeschnitten wie noch nie in der Bundesliga, 38 Punkte und 41:28 Tore aus 22 Spielen sind ein respektable Bilanz. Zwar muss der Verein zum Saisonende mit Steffi Jones, Jutta Nardenbach und Bianca Rech drei seiner besten an die neuen Großmacht 1. FFC Frankfurt abgeben. Dennoch startet der SC 07 Bad Neuenahr zuversichtlich ins neue Jahrtausend.
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